3. „Zahl des Monats“ Mai:

Die familiäre/primäre Hypercholesterinämie führt im Mittel zu einem Verlust von 15 bis 21 Lebensjahren.

Unbehandelte Patienten mit familiärer Hypercholesterinämie (FH) haben ein erhöhtes Risiko für einen vorzeitigen kardiovaskulären Tod. In einer norwegischen Studie wurden Sterblichkeit und Todesursache bei allen Patienten mit diagnostizierter FH untersucht, indem Daten aus dem Register der „Unit for Cardiac and Cardiovascular Genetics“ (UCCG) und dem norwegischen Todesursachenregister miteinander verknüpft wurden. Bei 46 % aller im Studienzeitraum beobachteten Todesfälle war bei FH-Patienten CVD verantwortlich, im Vergleich zu 37 % in der norwegischen Allgemeinbevölkerung im Jahr 2010. Das Durchschnittsalter der CVD-Todesfälle unter den FH-Patienten im UCCG-Register betrug 62,2 Jahre; das der CVD-Todesfälle in der Allgemeinbevölkerung dagegen war viel höher: Es betrug 79,0 Jahre von 1992 bis 1995 und 81,0 Jahre von 1996 bis 2010. FH-Patienten haben also trotz Zugangs zu moderner Ernährungsberatung und verschriebenen lipidsenkenden Medikamenten immer noch eine signifikant erhöhte CVD-Mortalität im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung.

Quelle:
Mundal L et al., “Mortality among patients with familial hypercholesterolemia: A registry-based study in norway, 1992-2010,” J. Am. Heart Assoc., 2014;3(6): e001236. doi: 10.1161/JAHA.114.001236
2. „Zahl des Monats“ April:

Über 60% der Patienten mit Hypertonie weisen erhöhte Cholesterinwerte auf

Die National Health and Nutrition Examination Survey, eine repräsentative Stichprobe der US-Zivilbevölkerung, ergab zudem: Die Prävalenz der Hypertonie stieg in den USA von 27,2 % in den Jahren 1988 bis 1994 auf 32,8 % in den Jahren 2005 bis 2010 (in absoluten Zahlen: von 49,8 Millionen auf 69,3 Millionen). Durch Bluthochdruck wird das Risiko von koronarer Herzkrankheit (KHK) in etwa verdoppelt, die Behandlung der Hypertonie senkt das KHK-Risiko allerdings nur um ≈ 25 %. Die Therapie der Hypercholesterinämie bei Hypertonikern reduziert das KHK-Restrisiko dagegen um über 35 %. Für die KHK-Prävention ist daher die Kontrolle sowohl der Hypertonie als auch der Hypercholesterinämie wichtig. Der stärkste positive Prädiktor für LDL-C-Kontrolle war über alle Zeiträume zusammen betrachtet die Statintherapie. Die Daten deuten darauf hin, dass eine effektive Behandlung sowohl der Hypertonie als auch der Hypercholesterinämie die KHK um ≥ 50 % reduzieren und das Restrisiko verringern würde, das beobachtet wird, wenn nur die Hypertonie behandelt wird.

Quelle:
Egan BM et al. Blood pressure and cholesterol control in hypertensive hypercholesterolemic patients: national health and nutrition examination surveys 1988-2010. Circulation 2013;128(1):29–41
1. „Zahl des Monats“ März:

Influenza erhöht das Risiko für einen Herzinfarkt bis zu 10-fach

Dies ergab eine selbstkontrollierte Fallserienanalyse von anonymisierten elektronischen Gesundheitsakten in Schottland. Die Studie zeigte eine ausgeprägte kardiovaskuläre Triggerwirkung nicht nur des Influenza-Virus, sondern auch von S. pneumoniae: In der Woche nach einer Infektion mit einem der beiden Viren wurden bei den Betroffenen deutlich erhöhte Myokardinfarktraten festgestellt. Das Influenzavirus war dabei mit höheren Inzidenzraten für Herzinfarkt und Schlaganfall verbunden als alle anderen Atemwegsviren zusammen. Allerdings gibt es mit Impfungen probate Mittel zur Prävention dieser unerwünschten Ereignisse. Eine Meta-Analyse zur Grippeimpfung bei Menschen mit bestehenden kardiovaskulären Erkrankungen zeigte eine 36-prozentige Verringerung des Risikos für schwere kardiovaskuläre Ereignisse. Die Erkenntnis, dass sowohl Influenzaviren als auch S. pneumoniae spezifische Triggereffekte auf Herzinfarkt und Schlaganfall haben, unterstreichen daher die Notwendigkeit, die Inanspruchnahme von Influenza- und Pneumokokkenimpfstoffen zu fördern.

Quelle:
Warren-Gush C et al. Laboratory-confirmed respiratory infections as triggers for acute myo- cardial infarction and stroke: a selfcontrolled case series analysis of national linked datasets from Scotland. Eur Respir J 2018;51:1701794. https://doi.org/10.1183/13993003.01794-2017
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